Bundesgesundheitsministerin ins Sommerloch gefallen

Das Sommerloch, in das die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt gerade gefallen ist, könnte für sie im schlimmsten Fall sogar nun zu einem schwarzen Loch werden und ihre Karriere beenden. Auch wenn oftmals zu Recht an vielen Politikern Kritik geübt wird, ist es in diesem Fall so, dass man auch mal im wahrsten Sinne des Wortes Partei für eine Politikerin ergreifen sollte. Worüber wird sich eigentlich gerade so aufgeregt? Das Politiker in führenden Postionen ihren Dienstwagen auch für private Zwecke nutzen, ist zum einen völlig legal, zum anderen auch schon seit vielen Jahren bekannt und praktiziert. Gleiches gilt übrigens nicht nur für Politiker, sondern bis auf einige Ausnahmeregelung darf jeder Vorstand einer kleinen Volksbank oder Sparkasse seinen Dienstwagen auch privat nutzen, von den Managern und Abteilungsleitern größerer Unternehmen ganz zu schweigen. Das Entscheidende ist doch, dass die privaten Fahrten mit dem Dienstwagen auch privat abgerechnet und zu zahlen sind, und das scheint wohl bei Ulla Schmidt der Fall gewesen zu sein. Falls ein Fahrtenbuch geführt wurde, in dem die Urlaubsreise nach Spanien auch privat abgerechnet wird, wo genau ist dann das Problem?

Das Problem liegt in diesem Fall wohl eher darin, dass die Medien mal wieder tief im Sommerloch stecken und nichts anderes zu berichten haben. Die USA ist mit Obama richtig „langweilig“ geworden und führt keine Kriege mehr (Ironie), die Atombombe im Iran scheint auch schon wieder nicht mehr berichtenswert zu sein – also stürzt sich die Presse national mal wieder auf die Politiker. Es ist wirklich ziemlich traurig zu sehen, wie Journalisten mitunter die Karriere von anderen zerstören, nur um selber eine Existenzberechtigung zu finden. Es ist sicherlich wichtig und notwendig, Missstände aufzudecken und Kritik zu üben, wenn es berechtigt ist. Aber der Fall Schmidt zeigt mal wieder, wie aus einer Mücke ein Mammut gemacht wird. Dieses führt jetzt sogar soweit, dass sich der Bundestag generelle mit der Dienstwagen-Regelung beschäftigen muss, als gäbe es in diesen Zeiten der Wirtschaftskrise und steigenden Arbeitslosenzahlen nichts Wichtigeres zu tun. Erschreckend ist übrigens auch mal wieder zu sehen, wie schnell wir Bundesbürger auch solche Kritiken und vermeidliche Skandale „anspringen“. Nach einer aktuellen Umfrage fordern 90 Prozent (!) der Bundesbürger nun den Rücktritt von Frau Schmidt. Und warum? Weil sie ihren Dienstwagen völlig legal auch privat genutzt hat. Wo bitte bleibt hier die Logik und auch die Gerechtigkeit? Über eine Kassiererin, die wegen eines unterschlagenen Pfand-Bons entlassen wurde, da regt man sich unheimlich auf, wie ungerecht dieses doch sei. Tatsache ist allerdings, es handelt sich dabei um Unterschlagung, ganz einfach, und dabei darf auch keine Rolle spielen, ob man eine Cent oder eine Millionen Euro unterschlägt, die Tat bleibt die gleiche.

Aber es ist natürlich auch zu viel verlangt, sich einfach erst einmal nur 10 Minuten mit dem Thema zu beschäftigen, „drauf hauen“ , besonders wenn es um eine Politikerin geht, ist da natürlich viel einfacher und populärer. Armes, oftmals von Neid und Missgunst zerfressenes Deutschland!

Interessante Beiträge zum Thema:

So So Ulla Schmidt
Ulla Schmidt: Dickes Auto für dicke Ministerin
Sixt: Mietwagen gibt es sogar für Ulla Schmidt
Witziger werben: Sixt an Ulla Schmidt

Leave a Reply