BayernLB in Spendierlaune
Gestern wurde bekannt, dass die angeschlagene Landesbank Bayern (BayernLB) bzw. dessen Vorstand den Mitarbeitern gerne für das laufende Geschäftsjahr am Ende des Jahres einen Bonus zahlen möchte. Ein Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern freiwillig einen Bonus zahlt – das hört man heutzutage eher selten. Sicherlich wäre diese Maßnahme auch begrüßenswert, wenn nicht eben diese BayernLB nur noch aufgrund einer Finanzspritze des Bundeslandes Bayern in Höhe von 10 Milliarden Euro aus dem letzten Jahr existieren würde. Man erzielt also im vergangenen Jahr einen Verlust von rund fünf Milliarden Euro, bekommt dann als Rettung vom Freistaat Bayern ein „Geschenk“ von 10 Milliarden Euro und zusätzlich noch eine weitere Bürgschaft über knapp fünf Milliarden Euro und spendiert Teile dieses Geldes indirekt an die Mitarbeiter? Irgendjemand hat hier einen gewaltigen Fehler im logischen Denken, was auch viele Politiker sofort erkannt haben und scharfe Kritik an diesem Vorhaben geäußert haben. Eigentlich lernt man es schon im Kindergarten: Wer viele Äpfel geerntet hat, mehr als erwartet, kann auch mal einen Apfel verschenken. Die BayernLB verschenkt allerdings mit dem Bonus Äpfel, die nicht nur nicht vorhanden sind, sondern die man sich vom Steuerzahler geliehen hat.
Es findet also quasi einen Umverteilung statt: Der Steuerzahler muss zahlen, die Mitarbeiter der BayernLB bekommen den Bonus. Vielen Bürgern war sicherlich bisher nicht bekannt, dass sie das Gehalt der Mitarbeiter einer Bank zahlen, aber es scheint durchaus so zu sein. Der Vorstand der BayernLB verteidigt sein Vorhaben übrigens damit, – wie sollte es auch anders sein, denn Einsicht kommt im Vokabular von manchen Vorständen schon lange nicht mehr vor – dass man die Mitarbeiter motivieren müsse und nicht schon im zweiten Jahr in Folge auf Bonuszahlungen als Anteil des Gesamteinkommens verzichten könne. Motivationshilfe? Dieser Begriff erscheint etwas paradox, wenn man bedenkt, dass die Mitarbeiter der BayernLB sich ohne die staatlichen Hilfen bereits seit Monaten alle um einen neuen Job hätten kümmern müssen, den garantiert viele noch nicht gefunden hätten. Ist es heute nicht mehr genug Motivation, noch einen ohnehin sehr gut bezahlten Job zu haben? Oder sind die „Mitarbeiter“ nur ein Vorwand, denn auch der Vorstand zählt natürlich zu den Mitarbeitern, und dessen Bonus dürfte nicht gerade gering sein. Alles in allem reiht sich diese geplante Aktion der BayernLB in die Unglaublichkeiten der jüngsten Vergangenheit ein. Ex-Vorstände, die ihr Unternehmen in den Ruin getrieben haben, erhalten Abfindungen in Millionen-Höhe oder Bonuszahlungen, Banken entlassen trotz massiver Gewinne Mitarbeiter, und jetzt werden eben Boni vom Geld des Steuerzahlers an Mitarbeiter ausgeschüttet – was solls auch, auf die paar Milliarden Staatsschulden mehr oder weniger kommt es doch nicht mehr an, oder (Ironie) ?!
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